Der Frachtdampfer Hermia (3) bzw. Adriana (2) wurde von der Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft mit Bau-Nr. 294 erstellt.
Stapellauf war am 21.12.1909, Registrierung am 26.2.1910
Die Hermia fuhr auf der Hamburg-London-Linie.
Hermia und Jessica gingen am 3.12.1928 an die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actiengesellschaft (Hapag).
Am 1.10.1934 beide Schiffe wieder zurück an A. Kirsten.
1940 wurde die Hermia für die Operation Seelöwe erfasst und im selben Jahr fuhr sie als kleines Lazarettschiff für die Kriegsmarine. 18.12.1940 Rückgabe und Umbenennung in Adriana.
Hermia Jessica Warburg Bibliothek
Hermia Jessica Warburg Bibliothek 1933
Hamburgers Aby Warburg mit den Dampfern Hermia und Jessica nach London gerettet.
Ein Denkmal europäischen Geistes / 6.11.2012 H Abendblatt
Am 29.12.1940 ist die Hermia vor Freiburg/Elbe nach einem Minentreffer gesunken, das Wrack wurde später gesprengt. Geladen hatte das Schiff Eisen, Zucker und Tonerde auf seiner letzten Reise. Es gab vier Tote bei dem Unglück.
Zum 100. Jubiläum erhielten wir 2010 Informationen über das Wrack.
Hermia (1910) heutzutage
Das Bild zeigt links den graden Vorsteven (Bug), der einen kontrastreichen Sidescanschatten wirft. Man kann die selbe senkrechte Vorschiffsform wie in alten Bildern erkennen.
Durch die Strömung hat sich unter dem Vorschiff ein bis zu 20m tiefer Kolk gebildet. Das Vorschiff schwebt teilweise frei über dem Kolkgrund.
Im Mittelteil des Wracks sind die ehemaligen Aufbautenreste und Masten zu erkennen. Hier haben Berufs-Taucher die geringste Tiefe am Wrack gelotet. Man konnte einen ehemaligen Davitarm und den im Sidescan sichtbaren Riss in der Bordwand ertasten. Neben dem Wrack liegt wahrscheinlich noch der ehemalige Schornstein. Das runde Heck ist rechts schemenhaft zu erahnen.
Hermia (1910) heutzutage
Dieses zweite Bild zeigt eine Detailaufnahme vom Vorschiff, das in besagtem Kolk liegt. Schemenhaft sind Lukensüllreste und Trümmer von Kränen/Ladebäumen erkennbar. Hier kann man in der rechten Bildhälfte den breiten Riss im Rumpf erahnen.
Abbildung Side-Scanaufnahmen: Mit freundlicher Genehmigung BSH - Hamburg
ACHTUNG!
Das Wrack ist selbst für Berufstaucher extrem schwer und gefährlich zu betauchen, da die Zeit zwischen Ebbe und Flut hier lediglich ein Stauwasserzeitraum von ca. 15 Minuten Möglichkeiten für einen Tauchgang bietet. Taucher laufen Gefahr in den 20m tiefen Kolk zu rutschen oder von Strömungen ins Wrackinnere oder gegen die scharfkantigen Trümmerteile zu geraten. Die Sicht in der Elbe ist hier = 0.
VON JEGLICHEN BETAUCHUNGSVERSUCHEN WIRD DRINGEND ABGERATEN!

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